

Ein letztes Zischen für die Kunst
Schlangen zählen zu den vielschichtigsten Symbolen der Kunstgeschichte, wobei ihre Bedeutung je nach Epoche und Kultur extrem schwankt – von göttlicher Heilkraft bis hin zum Inbegriff des Bösen.
Zentrale Motive & Symbole
Wiedergeburt & Ewigkeit: Durch ihre Häutung gilt die Schlange oft als Symbol für Erneuerung und Unsterblichkeit. Der Ouroboros (eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt) repräsentiert den ewigen Kreislauf der Zeit und war bereits im alten Ägypten bekannt.
Heilung: Der Äskulapstab – eine Schlange, die sich um einen Stab windet – ist bis heute das Symbol für die Medizin und Heilkunde.
Versuchung & Sünde: In der christlichen Kunst, besonders in Darstellungen des Sündenfalls im Garten Eden, verkörpert sie die Verführung, die List und das Teuflische.
Schlangen in verschiedenen Epochen
Antike: In Griechenland und Rom war sie oft Schutzpatronin oder Begleiterin von Gottheiten (z. B. Athena oder Hygieia) und galt als Symbol für Weisheit und Fruchtbarkeit.
Viktorianische Ära: Ein populäres Schmuckmotiv. Nachdem Prinz Albert Queen Victoria einen Verlobungsring in Schlangenform schenkte, wurde sie zum Symbol für ewige Liebe und Treue.
Jugendstil: Künstler wie René Lalique nutzten die fließenden, organischen Formen der Schlange als dekoratives Element, oft verbunden mit geheimnisvoller, weiblicher Macht.
Moderne & Zeitgenössische Kunst: Hier dient sie oft der Erforschung psychologischer Urängste oder als Symbol für transformative Energie (z. B. in der Manjusha-Kunst).
